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516 000 Streichhölzer

Ein inoffizieller Weltrekord zum 70-jährigen Bestehen: Blauring und Jungwacht Birsfelden verbrannten eine halbe Million Streichhölzer.

Kurz nach neun Uhr abends auf dem Sportplatz Sternenfeld in Birsfelden: Am Himmel hängen dicke Regenwolken, der Wind fährt immer wieder in die weissen Plastikplanen, die eben noch die 36 kreisförmig angeordneten Holzplatten bedeckten. Darum drängen sich Jungen und Mädchen von Blauring und Jungwacht und warten auf den Weltrekordversuch: 516 000 gesponserte Streichhölzer sollen - in Anlehnung an die beliebten Domino-Days - nacheinander abbrennen. Die sorgfältig aufgeklebten Zündholzreihen kringeln sich zu Ornamenten und Emblemen, führen über Brücken und Hügel, bis sie ihr Ziel, einen grossen Vulkan erreichen. "Gartechörli", "Ying-Yang" oder "Bridge" heissen die fantasievollen Gebilde, welche Birsfelder wie externe Gruppen zum Feuerreigen beisteuerten. Letzte Hand wird angelegt, die Nervosität steigt.
Das lange Bangen hat ein Ende: Unbeeindruckt von den ersten Regentropfen, frisst sich die Flamme gemächlich an den Ring heran, teilt sich in zwei Stränge und zieht dann eine feurige Spur durch die Bilder. Mächtige Schwefelwolken steigen auf, wenn Tafeln mit bis zu 40 000 Streichhölzern gleichzeitig entflammen; aus einem aluminiumverkleideten Behälter steigen Ballone auf; "Jetzt oder nie - Pyromanie!" skandieren die jugendlichen Zuschauerinnen und Zuschauer begeistert. Zuletzt vereinigen sich die beiden feurigen Bahnen wieder und setzen den Vulkan in Brand. Jubel. Applaus. Für einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde hat es aber kaum gereicht. Wegen des starken Winds musste dem Feuer wiederholt nachgeholfen werden.
Die Aktion war Höhepunkt des 70-jährigen Bestehens von Blauring und Jungwacht Birsfelden, das am vergangenen Wochenende gefeiert wurde. Bereits am Freitag fand ein Jubiläumsessen für die ehemaligen Mitglieder des Blaurings und der Jungwacht statt, bei der alte Freundschaften aufgefrischt und gemeinsame Erlebnisse nacherzählt werden konnten. Der Samstag aber gehörte den Aktiven, mit Spielen und Attraktionen, einer Live-Band und natürlich dem Weltrekordversuch.

Bericht von jaw
Bild von Mathias Leemann
Basler Zeitung vom 1. September 2003