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Ein "Zündhölzli-Museum" in Teufen?

Kommt Teufen doch noch zu einem Museum? Nach dem letzten Willen des
1999 verstorbenen Teufners Konrad Nef stehen die nötigen Mittel
dafür zur Verfügung: Konrad Nef hat den grössten Teil seines
Vermögens - 5,5 Millionen Franken - einer Stiftung vermacht mit der
Auflage, mit diesem Geld ein Museum für seine während rund 20 Jahren
gesammelten Zündhölzli-Brieflein und -schächteli zu realisieren.

Ziel der in Teufen gegründeten Konrad-Nef-Stiftung ist das
"fachgemässe Aufbewahren von bestehenden Sammlungen von Zündholz-
schächteli, -briefli und -etiketten sowie von Literatur über die
Herstellung und den Vertrieb von Zündholzsachen in der Schweiz". Ob
das Museum in Teufen oder an einem andern Ort in der Ostschweiz zu
stehen kommt, wird gegenwärtig vom Stiftungsrat abgeklärt. Ein
künftiges Zündholz-Museum soll im besten Fall in ein bestehendes
Museum integriert werden.
Konrad Nef
Der 1912 in Teufen geborene Konrad Nef ist vielen Teufnern als
bescheidenen, mit sich sparsamen Mitbürger bekannt gewesen. Der
langjährige Einkäufer eines Spielwaren-Grosshandelsunternehmen führte
bis 1980 zusammen mit seiner Frau Verena das Restaurant Frohsinn und
das angeliederte "Usego-Lädeli" am Unterrain. Neben seiner
Sammlerleidenschaft - Konrad Nef sammelte nicht allein Zündholzsachen
- war er ein talentierter "Börseler", der im Laufe der Jahre ein
stattliches Vermögen erwarb. Der Nachlass des am 6. Februar 1999
Verstorbenen, der keine Nachkommen hatte, soll nun in ein noch zu
realisierendes Museum über das Zündholzwesen in der Schweiz fliessen.

Auf Wunsch des Verstorbenen hütet und pflegt der passionierte
Zündholzsachen-Sammler Beat Wasser, Oftringen AG, den Nachlass von
Konrad Nef. 80'000 bis 100'000 Zündholzschächteli, -briefli und
-etiketten habe der Teufner Sammler im Laufe der Jahre zusammen-getragen, schätzt der 50-jährige SBB-Angestellte und Hobby-
Phillumenist.
Beat Wasser
Als neu gewählter Präsident der "Konrad-Nef-Stiftung Teufen" ist er
zusammen mit den übrigen Mitgliedern des Stiftungsrates und dem
Trägerverein bemüht, "den Willen des Sammlers zu vollstrecken".
Beat Wasser verwaltet gegenwärtig Hunderttausende von Zündholzsachen,
die dank des Vermächtnisses von Konrad Nef bald in einem Museum
präsentiert werden können. Die Sammlung umfasst Zündholzschächteli,
-briefli und -etiketten aus über 100 Ländern in den verschiedensten
Formaten. Die Sujets zeigen touristische Motive - vom Säntis bis zum
thailändischen Königspalast -, historische Darstellungen und zu einem
grossen Teil Werbebotschaften für Rauchwaren, Getränke, Restaurants,
kleinere und grössere Unternehmen usw. vom letzten Jahrhundert bis
heute.
Wie sein verstorbener Freund und Sammler-Kollege Konrad Nef ist auch
Beat Wasser ein passionierter Freizeit-Phillumenist. Weil in der
Schweiz eine entsprechende Vereinigung erst gegründet werden soll,
ist er vorerst nur Mitglied im deutschen Phillumenisten-Klub.
Zusammen mit dem Stiftungsrat und dem Trägerverein will er nun in
erster Linie die Standortfrage eines künftigen Museums klären. Dann
folgt die mühsame Kleinarbeit des Sortierens, Archivierens und
Präsentierens. Wie seine Sammlerfreunde ist Beat Wasser ein Idealist.
Entscheident beim Aufbau eines Museums ist nicht das Kommerzielle,
sondern die Freude am Sammeln, die Liebe zum Kulturobjekt Zündholz.


Tüüfner Poscht vom Mai 2000